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Beschlussvorlage (Neukonzeption Schlachthof - Bundesprogramm "Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur")

                                    
                                        Beschlussvorlage
Amt: 603
Kabisch

Datum: 23.08.2018 Az.: 60/603TGM- Drucksache Nr.: 224/2018
Ka

Beratungsfolge

Termin

Beratung

Kennung

Abstimmung

Haupt- und Personalausschuss

10.09.2018

beschließend

nichtöffentlich

Technischer Ausschuss

12.09.2018

beschließend

nichtöffentlich

Ausschuss für Soziales, Schulen und
Sport

19.09.2018

beschließend

nichtöffentlich

Gemeinderat

24.09.2018

beschließend

öffentlich

Beteiligungsvermerke
Amt
Handzeichen

Eingangsvermerke
Oberbürgermeister

Erster Bürgermeister

Bürgermeister

Haupt- und Personalamt
Abt. 10/101

Kämmerei

Rechts- und
Ordnungsamt

Betreff:

Neukonzeption Schlachthof
- Bundesprogramm "Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport,
Jugend und Kultur"

Beschlussvorschlag:

Die Verwaltung wird beauftragt, die Neukonzeption des Schlachthofs zu planen und
den Antrag auf Aufnahme in das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ zu stellen.

Anlage(n):
Nutzungslayout

BERATUNGSERGEBNIS

Sitzungstag:

Bearbeitungsvermerk

 Einstimmig  lt. Beschlussvorschlag  abweichender Beschluss (s. Anlage)
 mit Stimmenmehrheit

Ja-Stimmen

Nein-Stimmen

Enthalt.

Datum

Handzeichen

Drucksache 224/2018

Seite - 2 -

Begründung:
Der Schlachthof - Jugend & Kultur ist eine Jugendbegegnungs- und (Jugend-)Kulturstätte,
die auf den Freiflächen gleichzeitig als Sportanlage genutzt wird. Es findet eine Vielzahl an
pädagogischen Angeboten vor Ort statt, z.B. Parcour- und BMX-Kurse, Beachvolleyball,
Schmiedearbeiten, Holzarbeiten, Jugendzentrum, Beratungsangebote, Theaterpädagogik
etc. Diese sollen auch durch räumliche Anpassungen weiter ausgebaut werden.
Ein Teil der Fläche wurde in den vergangenen Jahren als Veranstaltungsstätte für Besucher in Form einer großen und einer kleinen Halle saniert. Darüber hinaus sind derzeit
keine Sanierungen möglich. Diese wären allerdings dringend notwendig, da Teile der Gebäude einsturzgefährdet und mittlerweile gesperrt sind. Das hat wiederum Auswirkungen
auf das pädagogische Angebot vor Ort.
Das Areal umfasst außerdem ein Bistro, Büroräume für die Sozialarbeiter des Schlachthofes, ein Jugendzentrum und diverse Lagerräumlichkeiten.
Der Schlachthof arbeitet mit einer Vielzahl an Ehrenamtlichen und Schulen zusammen.
Auf dem Schlachthofgelände sollen künftig folgende Angebote gemeinsam weiterhin bestehen und entsprechend ausgebaut werden: Büroräume der Kinder- und Jugendarbeit,
Beratungsangebote, Jugendzentrum, Veranstaltungsstätte für Kulturangebote, Schmiede,
Holzwerkstatt, Bistro mit Außenbereich, Lagerflächen, Sportfreiflächen wie Beachvolleyballanlage und Skateanlage, Bewegungs-/Sportraum, Aufenthaltsfläche für Jugendliche,
Aktionen der Offenen Jugendarbeit. Die Büroräume sollen erweitert werden, zudem die
einsturzgefährdeten Gebäude ertüchtigt. Dafür wären nach einer Überprüfung der Bestandsgebäude und einer Überplanung der Büros eine Neuordnung und Ausweitung der
Nutzung mit den erforderlichen Umbau-/Sanierungsmaßnahmen notwendig.
Die beiden Einrichtungen der städtischen Kinder- und Jugendarbeit - Schlachthof und Kinder- und Jugendbüro - wurden 2017 organisatorisch in einem Sachgebiet zusammengefasst, um effektiver zusammenarbeiten zu können. Die weiteren Planungen sehen vor, die
Büros des Kinder- und Jugendbüros (derzeit noch interimsmäßig in der Jammstraße) auf
das Areal des Schlachthofes umzuziehen. Der Schlachthof soll die zentrale Anlaufstelle für
Kinder, Familien und Jugendarbeit in der Stadt werden.
Schwerpunkt dort bilden die Themen Kunst, Handwerk und Sport – überwiegend in Form
der Offenen Jugendarbeit.
Die einsturzgefährdeten Bauten müssen ertüchtigt werden. Diese sind aus Sicherheitsgründen derzeit gesperrt. Ebenso müssen die Räume für die pädagogischen Angebote
dringend überplant werden, diese sind derzeit auch nur teilweise nutzbar. So fanden z.B.
in einer Holzscheune nebeneinander Schmiede- und Tischlerangebote für Kinder statt, die
aus Sicherheitsgründen so nicht mehr durchgeführt werden können. Hier braucht es eine
Überplanung und räumliche Trennung der beiden Bereiche. Sportliche Angebote (Beachvolleyball, Skaten, BMX, Parcour, etc.) runden das pädagogische Angebot auf dem Areal
ab. Auch hier gibt es nach Vorstellungen der Jugendlichen Anpassungsbedarfe. Die jungen Menschen wünschen sich zudem eine kleine Sport- bzw. Bewegungshalle auf dem
Areal.
Das Areal liegt zentrumsnah fußläufig zur Innenstadt und ist damit strategisch gut als Anlaufstelle gelegen. Derzeit befindet sich ein Bebauungsplan in Vorbereitung. Grundsätzliches Ziel des anstehenden Bebauungsplans ist, im Zuge der Innenentwicklung ein Urbanes Gebiet nach § 6a BauGB mit den Hauptnutzungen Wohnen, Gewerbe sowie Treffpunkt Schlachthof - Jugend und Kultur zu schaffen. Dabei soll der Schlachthof neben seiner großen gesamtstädtischen Bedeutung auch für das durch Flächenrecycling und Nachverdichtung neu zu entwickelnde Quartier als soziale Infrastruktureinrichtung eine zentrale
Rolle spielen.

Drucksache 224/2018

Seite - 3 -

In der Stadt Lahr leben viele Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund, was besondere Herausforderungen in der Frage des Zusammenlebens mit sich bringt. Gerade
der Schlachthof soll als Zentrum der Kinder- und Jugendarbeit weiter ausgebaut werden,
als Anlaufstelle für alle fungieren und barrierefrei zugänglich sein. Ein Teil der nötigen
Umbaumaßnahmen konnte vor einigen Jahren erfolgen. Nun ist eine Gesamtkonzeption
notwendig. Derzeit leiden die pädagogischen Angebote unter der Einsturzgefährdung der
Gebäude des Areals. Eine Sicherstellung der Angebote ist gerade für die Jugendlichen in
Lahr wichtig, ebenso die Bereitstellung einer qualitativen Aufenthaltsfläche. Die Zusammenführung der beiden Büros, die im Kinder- und Jugendbereich arbeiten, ist ebenso notwendig, kann allerdings nur mit einer baulichen Veränderung des Schlachthofareals realisiert werden. Die Zusammenführung der Themen Sport, Kunst, Handwerk, Jugendzentrum, Arbeitsweltbezug, Veranstaltungsstätte sowie Haupt- und Ehrenamt an einem Ort
macht Sinn, um Synergien zu nutzen. Die Sozialarbeiter haben direkten Zugang zu den
Jugendlichen und können so präventiv arbeiten. Durch die Veranstaltungsstätte vor Ort erfolgt außerdem eine Durchmischung der Nutzer, sodass die Bürgerinnen und Bürger in
Kontakt kommen. Wünschenswert wäre, die jungen Menschen und Nutzergruppen in den
weiteren Planungsprozess einzubeziehen um die Beteiligung und Akzeptanz zu fördern.
Die Bundesregierung stellt mit dem Bundeprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ Mittel zur Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur bereit. Der Bundesanteil der Förderung
soll pro Projekt in der Regel bei zwischen 1 bis 4 Millionen Euro liegen. Der Anteil der
Kommune liegt dabei bei 55 v.H. der Zuschuss des Bundes bei 45 v.H.
Folgender Verfahrensablauf ist vorgesehen:

Drucksache 224/2018

Seite - 4 -

Die Neukonzeption des Schlachthofes würde die Projektauswahlkriterien wie folgt erfüllen:
Besondere regionale/überregionale Wahrnehmbarkeit
Durch Veranstaltungen/soziale u. kulturelle Angebote erfolgt eine Durchmischung. Lahrer
Bürgerinnen/Bürger sowie Gäste aus nah und fern fühlen sich angesprochen.
Begründeter Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt/zur sozialen Integration im
Quartier/in der Kommune
Der hohe Anteil an Kindern/Jugendlichen mit Migrationshintergrund ist eine besondere
Herausforderung für Lahr. Der Schlachthof soll als Zentrum der Kinder-/Jugendarbeit weiter ausgebaut werden, als Anlaufstelle fungieren und neben seiner großen gesamtstädtischen Bedeutung im neu zu entwickelnden Quartier als soziale Infrastruktureinrichtung eine zentrale Rolle spielen.
Erhebliches/überdurchschnittliches Investitionsvolumen
Die Instandsetzung der maroden Bausubstanz erfordert hohe Investitionen. Die Nutzungsänderung mit dem vormaligen Ausbaustandard erfordert einen kompletten Umbau einschl.
Herstellung der erforderlichen Infrastruktur, insbes. im Haustechnikbereich und im Hinblick
auf Energiestandards. Zudem sind höhere Aufwendungen aufgrund der Berücksichtigung
der Denkmaleigenschaft des Areals/der Gebäude erforderlich.
Machbarkeit/zügige Umsetzbarkeit, langfristige Nutzbarkeit
Die Räume im Bereich des Schlachthofareals werden dringend benötigt. Die Büros für das
Kinder- und Jugendbüro sollen ab 2021 genutzt werden. Ebenso sind die Räume für die
Projektarbeit herzurichten. Durch die Sperrung der maroden Räume ist derzeit das Angebot eingeschränkt.
Städtebauliche Einbindung in das Wohnumfeld/baukulturelle Qualität
Im Zuge der Innenentwicklung kann ein Urbanes Gebiet mit den Hauptnutzungen Wohnen, Gewerbe sowie Treffpunkt Schlachthof - Jugend und Kultur geschaffen werden.
Durch die geplanten Maßnahmen kann die denkmalgeschützte Bausubstanz erhalten,
bzw. für eine zentrale Nutzung reaktiviert werden.

Drucksache 224/2018

Seite - 5 -

Qualität bzgl. gesellschaftlichen Zusammenhalts und sozialer Integration/
Hohes Innovationspotential
Durch die Kombination Veranstaltungsstätte/Kinder- und Jugendbegegnungsstätte ergibt
sich eine Durchmischung der Besucher. Das fördert letztlich ganz selbstverständlich die
Integration und führt zu einem Miteinander der verschiedenen Nutzergruppen. Durch die
Umnutzung der früheren Schlachthofgebäude für diesen Zweck kann die Stadtbild prägende Bausubstanz für die Gesellschaft erhalten bleiben. Die neuen Räumlichkeiten sollen künftig barrierefrei erreichbar sein.
Vorgesehene Maßnahmen:
Ausbau der ehem. Kühlhalle zur Sporthalle
Ausbau der Nebengebäude für Projektarbeit
Einrichtung von Büroräumen für das Kinder- und Jugendbüro
Neugestaltung Außenanlage mit Sportangeboten und Freiflächen
Umsetzungszeitraum:
Planung 2019
Baubeginn 2020
Rückbau nicht verwertbarer Bausubstanz 2020
Ausbau Nebengebäude für Projektarbeit 2020/21
Ausbau Nebengebäude zu Büroräumen 2020/21
Ausbau Kühlhalle zur Sporthalle 2021
Herstellung Freianlagen 2022
Finanzierungsplan:
Jahr
2019
2020
2021
2022

Projektkosten
250.000,- €
1.000.000,- €
3.000.000,- €
1.000.000,- €
5.250.000,- €

Kommunale Eigenmittel
137.500,- €
550.000,- €
1.650.000,- €
550.000,- €
2.887.500,- €

Bundesmittel
112.500,- €
450.000,- €
1.350.000,- €
450.000,- €
2.362.500,- €

Die Verwaltung schlägt vor, den Antrag für das Förderprogramm zu stellen.

Guido Schöneboom
Erster Bürgermeister

Tilman Petters
Bürgermeister

Senja Töpfer
Amtsleitung
Soziales, Schulen und Sport

Silke Kabisch
Abteilungsleitung
Gebäudemanagement